Handchirurgie, Replantations- und Mikrochiurgie
Die Spezialisierung der Handchirurgie hat im Unfallkrankenhaus
Salzburg eine lange Tradition und wird seit Bestehen des Hauses im Jahre 1953 ständig
weiterentwickelt und weitergegeben. Seit dem Jahr 2011 wurde diese
Spezialisierung seitens der Österreichischen Ärztekammer offiziell anerkannt
und der „Facharzt für Handchirugie“ als Sonderfach des Faches „Unfallchirurgie“
ins Leben gerufen. Der Aufgabenbereich gliedert sich in die ineinander
verschmelzenden Teilgebiete der akuten Traumaversorgung, der Sekundär- und
Korrektureingriffe und der planbaren Behandlung von Erkrankungen, Arthrosen und
Degenerationen im Handbereich.
Als wesentlich für den Behandlungserfolg in der Handchirurgie gilt
die begleitende und anschließende physio- und ergotherapeutische
Übungsbehandlung, die ebenfalls im Hause angeboten wird.
Verantwortlicher Oberarzt:
Dr. Andreas Priol
Telefonnummer 0662-6580-2564
Facharzt für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie,
Handchirurgie
Spezielle Handambulanz: jeden Donnerstag von 8:00 – 12:00.
Leistungsprofil Handchirurgie:
Die akute Traumaversorgung sämtlicher frischer, offener und geschlossener Verletzungen wie
Knochenbrüche, Verletzung von Sehnen, Nerven, Blutgefäßen, Weichteilen, Muskel
und Haut umfasst jede nur erdenkliche Verletzungsart und –kombination bis hin
zur kompletten Amputation.
Sekundär- und
Korrektureingriffe bei in Fehlstellung verheilter
Knochen zur Wiederherstellung einer normgerechten Anatomie,
Sehnenersatzoperationen, motorische Ersatzoperationen, Operationen von
Falschgelenkbildungen (Pseudarthrosen), Bandersatzoperationen (Instabilitäten, chronischer
Schidaumen, SL-Band), Gelenksversteifungen, prothetischer Gelenksersatz.
Planoperationen von Erkrankungen, Arthrosen und Degenerationen im Handbereich:
Engpasssyndrome an der oberen Extremität wie Carpaltunnelsyndrom, Morbus Dupuytren,
schnellender Finger, Osteonekrosen der Handwurzel wie Mondbeinnekrose, Daumensattelgelenksarthrose
(Rhizarthrose). Handgelenksspiegelung (Arthroskopie z.B. bei Verletzung des
Dreiecksknorpels-Discus triangularis). Benigne Tumorchirurgie.
Jährliche Operationsleistungen:
1650 Eingriffe im OP (32% der gesamten Operationen)
1200 zusätzliche Eingriffe im Bereich der Wundversorgung (60% der Leistungen in diesem Bereich)
Replantationschirurgie:
Seit 1979 mehr als 1200 Replantationen.
Die erste Replantation im UKH Salzburg hat 1977 stattgefunden.
Seither ist eine rund um die Uhr Bereitschaft von mikrochirurgisch geschulten
Unfall- und Handchirurgen installiert, die eine 24-stündige Bereitschaft an 365
Tagen im Jahr gewährleistet. In den letzten Jahren bewegt sich die Anzahl der
Amputationen zwischen 10 und 40 pro Jahr, durchschnittlich 21. Die derzeitige
durchschnittliche Erfolgsrate sämtlicher geglückter Amputationen beträgt 90%.
Es werden nicht nur die akuten Replantationen durchgeführt, sondern
auch die manchmal sekundär notwendigen Korrekturoperationen wie
Handverschmälerungen, Umsetzung von Langfingern (Pollizisation) oder freier
Zehentransfer zur Verbesserung der Einsetzbarkeit der Hand.
Es wird ein modernstes Operationsmikroskop verwendet mit einer Vergrößerungsmöglichkeit
bis zum 48-fachen, womit sämtliche Gefäßanschlüsse bei freien Gewebetransfers
der plastisch rekonstruktiven Chirurgie durchgeführt werden so wie die
Nervennähte bei frischen Durchtrennungen und bei sekundären
Nerventransplantationen.
